Anlauf 2: Gaillard13

FlorakiezPhoto: Alexander Rentsch
Florakiez
Photo: Alexander Rentsch

 

Nachdem sich die Idee des CityCubus zerschlagen hatte, bekam ich einen Wink des Schicksals. In einem Immobilienportal meines Vertrauens erschien eine Anzeige, dass in einer Baugruppe im Pankower Florakiez noch Wohnungen zu vergeben seien.

Ich war sofort Feuer und Flamme: Die Lage war verkehrsgünstig und dennoch ruhig, Nahe an unseren Arbeitsstätten (wir arbeiten beide im Wedding) und der Florakiez wird zunehmend von Familien bevölkert, was eine gute Infrastruktur versprach.

Das Exposé versprach Qualität und einen riesigen Gemeinschaftsgarten sowie einen okayen Wohnungsschnitt.

Das einzige Problem war, dass man sich schnell darum kümmern musste, weil Wohnungen in dieser Lage sehr begehrt sind, zumal man bei einer Baugemeinschaft relativ kostengünstig bauen kann.

Apropos Baugemeinschaft: Falls der geneigte Leser zum ersten Mal über diesen Begriff stolpert, hier eine kurze Erklärung. In einer Baugemeinschaft organisieren sich diverse Bauherren, meist mithilfe eines professionellen Projektsteuerers, in Eigenregie.

Dies führt zu Kostensenkungen, da der Gewinn, den sonst ein Bauträger einstreicht, entfällt. Dafür muss man im Vorfeld und während des Baus in der Gemeinschaft entscheiden (was nicht immer ganz einfach sein muss) und man hat keine Sicherheit, dass die kalkulierten Kosten auch eingehalten werden.

So hört man immer wieder Berichte, dass die zunächst kalkulierten Kosten beim Bau überschritten werden — dann hängt man drin.

Das Gute ist: Wenn das Haus steht, hat die Hausgemeinschaft schon einiges durchgemacht und ist im besten Fall dadurch zusammengewachsen.

Egal: Wir fuhren mal im Kiez vorbei, guckten uns das Grundstück an und genehmigten uns (und den Kindern) noch ein Eis.

Am Abend dann Beratung. Und da legte Nina ein entschiedenes Veto ein. Sie mochte die Lage nicht (zu weit vom S-Bahnhof, zu nah an der Bahnstrecke, lau und eng, schlechte Infrastruktur) — es war ihr auch zu weit weg von unserem jetzigen Kiez.

All mein Flehen half nichts: Die Sache war damit gestorben. Das war keine ganz einfache Zeit für uns beide, denn ich hatte mich sofort in das Projekt verliebt und konnte mit Ninas Opposition nicht gut umgehen.

Aber am Ende blieb es dabei, die Gaillardstraße war raus.

Und wir haben uns auch wieder vertragen.

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Hinweis: Bei dieser Website handelt es sich um ein privates Blog. Wenn Sie nähere Informationen zum Bauprojekt "Komponistengärten" in Berlin Weißensee suchen, besuchen Sie bitte die offizielle Website der Komponistengärten oder wenden Sie sich an die Verkäufer der Strategis AG.