Die Sache mit den Arbeitskosten

Photo: George Smyth
Photo: George Smyth

Wie schon in einem früheren Artikel beschrieben, wunderten wir uns über Mehrkosten für Arbeit in unserem ersten Sonderwunsch-Angebot.

Jeweils etwa 85 Euro netto für die Fortführung der Planung durch eine Architekten sowie einen Elektriker wurden in Rechnung gestellt. Davon waren wir einigermaßen überrascht, da uns das vorher zu keinem Zeitpunkt in Aussicht gestellt worden war.

Daher schrieb ich folgendes an den Bauträger:

Die von Ihnen in Rechnung gestellte Mehrarbeit sehen wir weiterhin äußerst kritisch.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich sehe vollkommen ein, dass man für seine Arbeit bezahlt werden soll. Ich bin selber freiberuflich tätig und will auch bezahlt werden. [Unser früherer Berater] Herr Rummel hatte uns gesagt: Die Erstplanung ist umsonst, irgendwann ist es damit aber auch vorbei – ständiges Umentscheiden kann man machen, soll man dann aber auch bezahlen. Finde ich vollkommen legitim.

Wir sind aber bisher über die Erstplanung noch nicht hinaus. Änderungen am Grundriss (die Nische im Flur) waren leider deswegen notwendig geworden, weil der Bauträger eine Flurwand so versetzt hatte, dass wir nirgendwo mehr unsere Jacken, Schuhe und sonstiges Gedöns unterbringen konnten.

Die Elektroplanung wurde uns nun erstmalig angefertigt.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich bei den Verkaufsgesprächen explizit nach Auswahl von Sanitäreinrichtung etc. gefragt habe. Da hieß es dann immer: “Das machen Sie dann alles in der Bemusterung!” Und das kostet jetzt extra?

Nochmal: natürlich soll der Elektroplaner bezahlt werden, auch die Architektin und alle Beteiligten. Nur bin ich der Meinung, dass dies hier noch der Bauträger zu tragen haben sollte.

Wenn wir mit der Bemusterung demnächst durch sind (oder uns jetzt noch zusätzliche Dinge einfallen) und wir haben dann noch Änderungswünsche – dann ist es klar, dass die Mehrkosten zu unseren Lasten gehen müssen. Ohne Diskussion, völlig klar.

Vielleicht können Sie dazu noch einmal Stellung nehmen, vielleicht sehen wir da auch irgendetwas völlig falsch – im Moment bleibt da allerdings ein schales Gefühl.

Daraufhin setzte uns der Bauträger seine Sicht der Dinge auseinander.

Normalerweise würden sie für alle Planungen, die nicht im Standard enthalten seien, zusätzliche Arbeitskosten veranschlagen (das gilt aber nicht für Sanitärgegenstände, auch wenn die Mail oben etwas anderes insinuiert).

Wir hätten z.B. nicht den normalen Standard in der Elektroausstattung, sondern abweichend im Kaufvertrag den Standard HEA 2 festgelegt. Daher würden Mehrkosten entstehen.

Da man den Kaufvertrag allerdings auch so verstehen könnte, dass diese Kosten schon enthalten seien, würden uns diese Mehrkosten jetzt nicht in Rechnung gestellt.

Maßgeblich dafür sind folgende Ergänzungen des Kaufvertrags in der Anlage B:

3. Abweichend von der Baubeschreibung erhalten die Erwerber die Elektroausstattung nach HEA 2. Dies betrifft nur die Anzahl der Steckdosen und Schalter nicht die Datenverteilung wie z.B. CAT -7.

6. Die Festlegung der Steckdosenanschlüsse wird mit den Erwerbern abgestimmt.

Das fand ich nachvollziehbar — ich hatte den Kaufvertrag auch genau so verstanden, insofern wäre ich etwas verwundert gewesen, wäre eine andere Entscheidung getroffen worden. Denn das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass ein Erwerber mit dem normalen Standard auch den Planer extra bezahlen müsste, wenn er ein paar Steckdosen verlegen möchte (oder muss man das vielleicht sogar, weil ist ja nicht Standard?)

Die Archiktektenleistung wurde uns aber dennoch in Rechnung gestellt. Dazu gab es zwei Erklärungsansätze:

Zum einen die Nische im Flur. Die hätte ja nun mal gezeichnet werden müssen.

Zum zweiten hätte die Architektin die Küche nach unseren Vorgaben in den Plan eingezeichnet. Das sei nicht üblich, weil man normalerweise die Planung direkt vom Küchenstudio bekommen würde und im Grundriss dann direkt darauf verweisen könne.

Wir nehmen aber unsere Ikea-Küche mit und erweitern diese bloß. Da gibt’s keinen schicken Plan vom Studio, sondern nur was Handgemaltes von uns.

Den ersten Punkt finde ich nicht so überzeugend, da diese Umplanung auf eine bauträgerseitige Änderung des Flurs zurückgeht. Tja, könnte man sagen, im Kaufvertrag steht doch drin, dass Änderungen soweit nötig vom Bauträger auch gemacht werden können — diese Position kann man durchaus einnehmen, fände ich aber nicht sehr fair.

Dem zweiten Punkt habe ich wenig entgegenzusetzen. Da entsteht tatsächlich ein Mehraufwand in der Planung, der auch bezahlt werden muss. Von daher geht das mit uns klar.

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