To Multimediaunterverteil Or Not to Multimediaunterverteil

Gestatten, mein Name ist Hager Kleinverteiler Volta
© Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG

Wie schon im Beitrag zu unserem letzten Bemusterungsgespräch erwähnt, standen wir vor der Frage, ob wir bei uns einen Multimediaunterverteiler einbauen lassen würden.

Noch einmal kurz zur Ausgangssituation: In unserem Kaufvertrag haben wir eine Ethernet-Verkabelung von einem zentralen Patchfeld im Flur zu Duplexdosen in den einzelnen Zimmern festgeschrieben — dies wäre also im Kaufpreis drin.

Der Multimediaverteiler sollte etwa 150-200 Euro Mehrkosten verursachen. Im Vergleich zu den Kosten der gesamten Wohnung ist das natürlich ein Witz, aber dennoch sind 200 Euro nicht wenig Geld, von daher muss hier eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgemacht werden.

So eine Unterverteilung hat aus meiner Sicht folgende Vorteile:

  • alle Unterverteilungen sind zentral an einer Stelle, der MMV käme direkt neben die Elektrounterverteilung
  • Patchfeld und TAE-Dose sind in dem Kasten, Platz für einen Router und einen kleinen Switch sind auch, alles schön versteckt hinter einer Klappe

Dahingegen ergeben sich folgende Nachteile:

  • es entstehen Extrakosten
  • Der Verteiler ist nicht so groß, als dass man noch weitere Geräte wie z.B. ein NAS darin unterbringen könnte. Sobald man also an der Stelle noch weitere Geräte platzieren möchte, muss man mit einem Kabel aus dem Verteiler raus — was die Idee ad absurdum führt — oder das Geräte an eine der Duplexdosen in einem anderen Raum stellen.
  • Ein hinter einer Metalltür funkender Router ist für den WLAN-Empfang in der Wohnung vermutlich nicht förderlich. Möglicherweise muss man also noch ein paar Bridges oder Repeater in der Wohnung installieren.

Nach Abwägung der Vor- und Nachteile entschied ich mich gegen den Verteiler. Bei einem einfachen Patchfeld kämen natürlich Kabel aus der Wand, aber dort müsste ich dann eben ein Regal drumrumbauen. Das wäre dann auch eine flexiblere Lösung, was die Anzahl der nutzbaren Geräte angeht.

Den Dialog, der sich daraufhin zwischen unserem Berater des Bauträgers Herr Keshvari und dem Elektrofachplaner entspann, stelle ich mir in etwa so vor:

Keshvari: “Die wollen den Multimediaverteiler nicht.”
E-Planer: “Sind die etwa total bescheuert? Wissen die, wie das aussieht? Diesen planlosen Vollspacken werde ich ihre Cat-7-Kabel in den…”

Oder so ähnlich.

Dann sah ich noch (aus purer Dummheit meinerseits) erst viel zu spät auf dem Plan, dass das Patch Panel gar nicht neben der Eingangstür, sondern neben dem Durchgang vom Entrée (Küss die Hand, gnä’ Frau) zum Flur eingezeichnet war:

Wir spielen jetzt das Spiel: Finde die Unterverteilung!
Wir spielen jetzt das Spiel: Finde die Unterverteilung!

Ob man das vielleicht noch… eventuell… möglicherweise… ändern könnte? Ich hatte mir nämlich das Patch Panel so vorgestellt, dass es hinter der Eingangstür in der Ecke quasi verschwinden würde.

Scream_Out_Loud_by_lSoullessl
Derweil im Fachplanungsbüro…
Zeichnung von lsoullessl

Nein, das ginge nicht, weil es mit der Heizkreisverteilung kollidieren würde.

Am Ende einigten wir uns auf Folgendes: eine Netzwerkdose im Flur entfällt, dafür wird ein “Hohlwandinstallationsverteiler” kostenneutral im Flur installiert. Der Unterschied zu einem Multimediaverteiler besteht vor allem in der Art und Anzahl der Buchstaben der beiden Wörter.

Hohlwandinstallationsverteiler — dieses Wort schreien Herr Keshvari und der Fachplaner vermutlich auch nachts, wenn sie aus ihren Alpträumen aufwachen.

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